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Berührend – eine Lesung mit Arno Geiger im Seminarhaus St. Klara
Der Abend selbst war Literatur und Philosophie in einem. Geiger gab nämlich am Anfang und in der Mitte seiner Lesung zwei sehr persönliche Ausführungen, warum er die Demenzkrankheit seines Vaters literarisch verarbeitet hat. Er ging ein auf das Vater-Sohn-Verhältnis, schilderte die Jugend des Vaters. Viele sehr persönliche Details sehr einfühlsam aufgearbeitet kamen hier zur Sprache und gaben einen noch besseren Einblick in das Buch selbst. Dabei ist Geiger Beobachter und Beteiligter gleichermaßen, der Krankheitsprozess brachte nicht nur für den Vater viele grundlegende Veränderungen. „Wir dachten, die Defizite meines Vaters kämen vom Nichtstun. Dabei war es umgekehrt. Das Nichtstun kam von den Defiziten.“ Und trotz der schlimmen Krankheit gibt es bei Geiger auch viel Optimismus und vor allem die moralische Aufforderung, das Leben von alten, kranken und dementen Menschen so mitzugestalten, dass für diese ein Leben in Würde möglich wird. „Es war eine berührende Begegnung mit Vater und Sohn Geiger, die vor allem auch der Wirklichkeit absolut entspricht“, so die Heimleiter Wolfgang Cossée vom Marienheim Gallspach und Karl Gratzer von St. Klara in Vöcklabruck im Anschluss an die Veranstaltung.
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